Dank Passerelle Karriere machen

Von der Passerelle an die ETH: 

Roman Angst hat mit dreissig bereits eine steile Militärkarriere hingelegt. Sein nächster Wunsch: Berufsoffizier. Was die Passerelle mit seinem Berufsziel zu tun hat und welche Vorteile die Juventus Maturitätsschule im Vergleich zu anderen Schulen bietet, erzählt er uns im Gespräch.

Roman Angst, Sie haben den Lehrgang «Passerelle» an der Juventus Maturitätsschule gemacht. Warum haben Sie sich für diese Weiterbildung entschieden?
Das Militär hat mich dazu bewogen. Ich möchte gerne Berufsoffizier werden und der Bund legte mir den Weg über die Passerelle nahe, damit ich anschliessend an der ETH den Bachelor-Studiengang in Staatswissenschaften machen kann.

Wie kam es zu diesem Berufswunsch?
Ich habe schon 2010 während meiner RS-Zeit gemerkt, dass mir das Militär Spass macht. Also habe ich anschliessend die Unteroffizierschule gemacht und dort meine Führungsqualitäten entdeckt. Ich übernehme gerne Verantwortung und finde es spannend, mich mit dem Individuum «Mensch» auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund habe ich danach noch die Offizierschule besucht. Ich habe begonnen, als Zeitoffizier meine Erfahrungen weiterzugeben und junge Gruppen- und Zugführer auszubilden. So wurde ich Leutnant, Oberleutnant und inzwischen bin ich Kompaniekommandant.

Und der nächste Schritt ist nun der Berufsoffizier.
Genau, ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Zum einen ist man im Büro und widmet sich dort der Vorbereitung und Planung von Projekten, zum anderen ist man im Freien und arbeitet mit Menschen zusammen. Nicht einfach nur Chef, sondern auch Coach zu sein, ist eine spannende Herausforderung. Ich möchte die einzelnen Charaktere zu einer Einheit formen und dabei nicht nur Vorgesetzter, sondern auch Teil des Teams sein.

Dann geht es als Nächstes also an die ETH?
Richtig. Zuerst nehme ich das dreijährige Studium an der ETH in Angriff, dann folgt für ein halbes Jahr der militärische Teil der Ausbildung an der Militärakademie. Es ist toll, dass es mit der Passerelle geklappt hat und ich meinem Traum damit ein Stück nähergekommen bin.

Wie haben Sie die Passerelle erlebt? War es eine strenge Zeit?
Ja, das war es definitiv. Mit 32 Lektionen pro Woche liegt die Präsenzzeit an der Schule zwar im normalen Rahmen. Es sind aber noch viele Stunden Selbststudium notwendig, um die Prüfungen schlussendlich zu bestehen. Es war eine anstrengende, aber auch sehr lehrreiche Zeit.

Wie haben Sie während dieser Zeit den Austausch in der Klasse erlebt?
Unser Unterricht wurde zum Teil mit demjenigen der gymnasialen Maturitätsklasse zusammengelegt, weil sich die Inhalte überschneiden. Diese Schüler waren also bereits in ihrem dritten Jahr, als wir dazugestossen sind. Dadurch haben sie einige Themen schon behandelt. Das war für uns hilfreich, weil wir bei ihnen Unterstützung holen konnten.

Wie umfangreich war der Unterricht?
Wir wurden in diversen Fächern unterrichtet, was ich als Vorteil betrachte. So wird man mit der Passerelle auf verschiedene Studiengänge vorbereitet. In meinem Fall ist es der Geschichtsunterricht, der für mein Studium der Staatswissenschaften hilfreich sein wird. Der geschichtliche Hintergrund wird mir bei politischen Themen helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Warum haben Sie sich für die Juventus Maturitätsschule entschieden?
Das hatte zwei Gründe. Zum einen wollte ich keine Teilzeitausbildung machen, sondern Vollzeit zur Schule gehen. Das bietet die Juventus Maturitätsschule mit ihrem Unterricht, der ein Jahr lang von Montag bis Freitag stattfindet, an. Zum anderen war auch der Kostenpunkt entscheidend – hier hat Juventus im Gegensatz zu anderen Schulen deutlich besser abgeschnitten.

Welche Voraussetzungen werden an Passerellen-Schüler gestellt?
Man muss – natürlich neben Motivation und Willen – die Berufsmaturität mitbringen. Die habe ich bereits berufsbegleitend während meiner vierjährigen Lehre zum Mediamatiker absolviert.

Sie werden nach erfolgreich bestandener Passerelle nun also mit Ihrem Studium an der ETH beginnen. Auch diese Zeit wird sicher streng. Was tun Sie, wenn neben dem Lernen noch etwas Freizeit übrig bleibt?
Richtig abschalten kann ich, wenn ich auf Reisen bin. Am liebsten bin ich gemeinsam mit meiner Freundin und unserem Wohnwagen unterwegs – so wie jetzt gerade. Wir geniessen die letzten Tage unseres Südfrankreich-Urlaubs, bevor uns die Realität wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Dann wünschen wir Ihnen noch erholsame Ferientage und bedanken uns für das Gespräch!